Grußwort INSM-Kuratoriumsvorsitzender Prof. Hans Tietmeyer



 
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Grußwort Prof. Dr. Hans Tietmeyer

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Ich begrüße Sie herzlich zu unserer Veranstaltung und freue mich sehr, dass Sie durch Ihr Kommen die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen, deren Forschungsarbeiten wir heute kennen lernen möchten.

Deutschland ist ein Forscherland! Darauf hat unsere Bildungsministerin Annette Schavan immer schon mit Nachdruck hingewiesen. Leider musste sie ihre ursprünglich geplante Teilnahme an dieser Veranstaltung absagen, da sie nur wenige hundert Meter von hier im Bundestag an einer Debatte zum gleichen Thema teilnehmen muss und sich dort für die Belange junger Wissenschaftler einsetzt.

Die wahren Superstars, diejenigen, die über großes Talent, bemerkenswerten Eifer und herausragende Fähigkeiten verfügen, finden sich nicht auf den Showbühnen und im Scheinwerferlicht, sondern in Laboren, Hörsälen und Bibliotheken.
Sie arbeiten an renommierten Instituten und Universitäten, bringen ihre Kompetenzen in große Traditionsunternehmen ein oder haben sich mit einer innovativen Geschäftsidee selbstständig gemacht. Dennoch sind sie der Öffentlichkeit unbekannt.
Das gilt auch für die jungen Autorinnen und Autoren des Buches. Jedenfalls galt das bis heute. Heute soll sich das – der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft sei Dank – ja ändern.

Denn die Projekte, an denen die jungen Wissenschafter arbeiten und die sie in dem Buch „Deutschlands wahre Superstars – 50 Entwürfe für die Welt von morgen“ vorstellen, haben es allemal verdient, dass wir uns eingehender mit ihnen beschäftigen: Kleidung, die sich selbst repariert. Roboter, die uns bei der Erforschung der Tiefsee helfen. Ein Rennwagen mit Brennstoffzelle, der mit einem Liter Benzin 2500 Kilometer fährt. Es ist offensichtlich, dass die Zukunft lange nicht so düster aussieht, wie es uns oft suggeriert wird.
Die für mich beeindruckendste Erkenntnis nach der Lektüre des Buches ist, dass der wissenschaftliche Nachwuchs vor guten Ideen und Tatkraft nur so sprüht. Besonders begeistert mich, dass die jungen Autorinnen und Autoren bei ihrer Arbeit stets den praktischen Nutzen für die Menschen im Blick haben. Was auch in ökonomischer Hinsicht bedeutsam ist: Denn wenn wir in Zukunft Wachstum und Wohlstand sichern wollen, müssen wir dafür sorgen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen auch hierzulande in wirtschaftlichen Erfolg umgemünzt werden.

Die diesjährige Verleihung der Nobelpreise an die beiden deutschen Forscher Peter Grünberg und Gerhard Ertl sollen uns Ansporn sein: Wir müssen verstärkt dafür sorgen, dass der wissenschaftliche Nachwuchs in Deutschland attraktive Arbeits- und Forschungsbedingungen vorfindet. Bürokratie und finanzielle Engpässedürfen nicht die Gründe dafür sein, dass herausragende Talente an ausländische, vorwiegend an amerikanische Universitäten gehen. Mit der Exzellenzinitiative zur Förderung der universitären Spitzenforschung hat die Bundesregierung einen großen Schritt in die richtige Richtung getan. Weitere müssen folgen.

Denn Deutschland auch in Zukunft ein starker Wissenschaftsstandort sein soll, brauchen wir hervorragend qualifizierten und hochmotivierten Nachwuchs. Dazu bedarf es aber einer Wissenschaft, die sich aktiv um die Gewinnung junger Talente bemüht. Einer Wissenschaft, die sich nicht im Elfenbeinturm einschließt, sondern den Dialog mit der Gesellschaft sucht und der wirklich daran liegt, ihre Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Das Buch „Deutschlands wahre Superstars“ wird dazu beitragen.

Ich wünsche dem Sammelband, dass er viele junge Leser findet, die er für das weite Feld der Wissenschaft begeistern kann. Den Autorinnen und Autoren wünsche ich eine erfolgreiche weitere Laufbahn. Und wer weiß, vielleicht wird die eine oder andere davon eines Tages ja tatsächlich auch mit dem Nobelpreis veredelt.