Faszinierend und gefährdet Zur Bedeutung von Korallenriffen in einer Zeit globaler Veränderung

Von Christian Wild



 
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Name: Dr. Christian Wild
Geburtsdatum: 27.10.1974
Geburtsort: München

Abschlüsse

Diplom (Biologie) 2000, Promotion (Dr. rer. nat.) 2003

Auszeichnungen

Otto-Hahn Medaille (MPG) 2004
Heinz Maier-Leibnitz Preis (DFG) 2007

Aktuelle Tätigkeit

Nachwuchsgruppenleiter Coral Reef Ecology Work Group (CORE), LMU München

Meine erste Berührung mit dem Fachgebiet war als Kind im Urlaub am Strand.
Was mich antreibt, ist Neugier und der Wunsch, etwas zu verändern.
In meiner persönlichen Utopie können wir im Einklang mit der Natur leben.
Meine größten Alltagswiderstände sind Bürokratie und Hierarchiedenken.
Hoffnung macht mir, dass es viele kluge Menschen gibt, die zuhören können.
Als ich klein war, wollte ich sein wie Franz Beckenbauer.

Faszinierend und gefährdet Zur Bedeutung von Korallenriffen in einer Zeit globaler Veränderung

Schon seit den Urlauben als Kind mit meinen Eltern in Italien übte das Meer eine große Anziehungskraft auf mich aus. Ich war fasziniert von den eigenartigen Lebewesen, die ich am Strand und in Gezeitentümpeln fand, sowie von der Idee, dass diese von weit her durch das Wasser gekommen sein könnten. Recht schnell war für mich klar, dass ich Meeresbiologe werden wollte. Parallel zu meinem Studium in Mainz und Bremen bildete ich mich als Taucher fort und investierte meine Ersparnisse in Tauchreisen. Insbesondere das Great Barrier Reef in Australien mit seiner bunten Unterwasservielfalt hatte es mir angetan. Ich schaffte es dann auf einem meiner Urlaube eine Zusage für eine Diplomarbeit am renommierten Australian Institute of Marine Science (AIMS) zu bekommen. Ein halbes Jahr später hatte ich mein Studium abgeschlossen und zog in die kleine australische Stadt Townsville, um die Auswirkungen von Sedimentationsstress auf Korallen näher zu untersuchen. Die Arbeit in Korallenriffen und die nachfolgende Forschung macht mir unheimlich viel Spaß und beides führte dazu, dass ich mich weiter mit diesem Lebensraum beschäftigen wollte.

Während meiner Doktorarbeit am Max-Planck-Institut (MPI) für Marine Mikrobiologie in Bremen hatte ich die Chance, nach Australien zurückzukehren, um dort zu erforschen, wie Korallen über die Abgabe von organischem Material wichtige Prozesse im Ökosystem Riff beeinflussen können. Wir begriffen, dass Korallen als Ingenieure des gesamten Riffökosystems funktionieren können, indem sie spezielle Habitate schaffen und selbst Stoffkreisläufe initiieren, die zu einem schnellen Recycling von organischem Material mit den wichtigen Nährstoffen führen. Unsere Erkenntnisse waren insofern neu, als dass wir uns nicht, wie die meisten Korallenriffforscher, auf einen speziellen Organismus konzentrierten, sondern versucht haben, einen ökosystemaren, interdisziplinären Ansatz unter Einbeziehung verschiedener Organismen und Riffhabitate zu verfolgen. Dies mag ein Beleg dafür sein, dass wir noch immer nicht genau wissen, wie ein so komplexes Ökosystem wie ein Korallenriff eigentlich funktioniert. Biogeochemische Forschungsbemühungen zum Verständnis der Stoffkreisläufe in Korallenriffen sind bis heute selten unternommen worden. Das Schließen solcher und anderer Wissenslücken ist auf Grund der enormen gesellschaftlichen Bedeutung von Korallenriffen sowie deren akuter Gefährdung umso wichtiger. Genau hier setzen die Forschungsprojekte meiner 2006 gegründeten Arbeitsgruppe an. Meine parallele Tätigkeit als Berater der UNESCO für Korallenriffthemen soll dazu beitragen, internationale Kooperationen voranzubringen, sowie wissenschaftliche Erkenntnisse den UN-Mitgliedsstaaten und Entscheidungsträgern zugänglich zu machen.

Den vollständigen Text findest Du im Buch "Deutschlands wahre Superstars", das hier bestellt werden kann.