Die Deinstitutionalisierung der Frühverrentung Wie wir das Erwerbsleben verlängern können

Von Jonas Radl



 
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Name: Jonas Radl
Geburtsdatum: 28.01.1979
Geburtsort: Berlin

Abschlüsse

Diplom in Soziologie (Freie Universität Berlin)
Master of Research (European University Institute)

Auszeichnung

Gerhard-Fürst-Förderpreis 2006 (Statistisches Bundesamt)

Aktuelle Tätigkeit

Doktorand, European University Institute (Florenz), Department of Political and Social
Sciences

Meine erste Berührung mit dem Fachgebiet war mein Erstaunen über die Mauer durch meine Stadt.
Was mich antreibt, ist eine emphatische Wissenschaftsauffassung.
Hoffnung macht mir, dass sich die Arbeitsmarktlage in Deutschland für Alt und Jung wieder bessert.
Als ich klein war, wollte ich sein wie das Sams.
Die Menschheit wird überleben, weil sie die besondere Fähigkeit zur Reflektion besitzt.
Meine Lebensweisheit: „Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat.“ (Kurt Tucholsky)

Die Deinstitutionalisierung der Frühverrentung Wie wir das Erwerbsleben verlängern können

Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen ist für die deutsche Gesellschaft eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Dazu müssen nicht nur die sozialrechtlichen Rahmenbedingungen des Übergangs in den Ruhestand, sondern auch die betriebliche Arbeitsorganisation an die Erfordernisse einer alternden Gesellschaft angepasst werden. Uns steht somit ein tiefgreifender sozioökonomischer Wandlungsprozess bevor. Im Jahr 2050 wird ungefähr jeder dritte Einwohner Deutschlands älter als 65 Jahre alt sein. Der Anteil der im Hinblick auf den Ruhestand entscheidenden Altersgruppe der 55- bis unter 67-Jährigen an der deutschen Bevölkerung steigt bereits in den kommenden Jahren rasch von 14 Prozent im Jahr 2007 auf voraussichtlich 20 Prozent im Jahr 2025 an. Wenn die Renten nicht rapide sinken und die Sozialbeiträge gleichzeitig erheblich ansteigen sollen, ist dringend eine Verlängerung der Erwerbsphase anzustreben, bevor die Babyboomgeneration in Rente geht.

Aus den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte können einige Schlussfolgerungen für eine nachhaltige Arbeitszeitpolitik im Lebensverlauf gezogen werden. Nachdem in den ersten Nachkriegsjahrzehnten die meisten Beschäftigten noch mit 65 Jahren in Rente gingen, hat die Wirtschaftskrise der 1970er Jahre eine massive Frühverrentungswelle ausgelöst. Sozialstaatliche Programme haben dabei in Deutschland wie in den meisten anderen kontinentaleuropäischen Ländern den Trend zum frühzeitigen Renteneintritt forciert. Viele attraktive Übergangspfade in den Ruhestand wurden geschaffen, wodurch die vorzeitige Beendigung des Arbeitslebens sozial legitimiert wurde. Die Normalisierung der Frühverrentung ist somit auch die unbeabsichtigte Folge einer Politik, die die vorzeitige Ausgliederung älterer Arbeitnehmer aus dem Berufsleben zu lange als die sozial verträglichste Lösung virulenter Arbeitsmarktprobleme betrachtete.

Den vollständigen Text findest Du im Buch "Deutschlands wahre Superstars", das hier bestellt werden kann.