Geburtsdatum: 30.01.1981
Geburtsort: Ahaus
Abschlüsse
Diplom-NeurowissenschaftlerinMagistra Artium (Philosophie)
Stipendium
Stipendium der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ und der „Berlin School of Mindand Brain“
Aktuelle Tätigkeit
Doktorandin der Philosophie an der „Berlin School of Mind and Brain“
Meine erste Berührung mit dem Fachgebiet war im Philosophieunterricht an meiner Schule - ein Dank an dieser Stelle an meine tollen ehemaligen Lehrer!
Was mich antreibt, ist Neugierde, Diskussionsfreude und Spaß daran, Dinge immer wieder neu infrage zu stellen.
In meiner persönlichen Utopie folgen wir alle dem Motto der Aufklärung und haben den Mut, uns jederzeit unseres eigenen Verstandes zu bedienen.
Mein größter Alltagswiderstand ist mein Hang zur Unpünktlichkeit.
Hoffnung macht mir, dass der Kalifornische Kondor wieder in Freiheit fliegt.
Ich bin stolz auf meine Familie.
Das Ich als Illusion? Zum Verhältnis von Neurowissenschaften und Philosophie
Die Frage nach der Natur des „Ich“ ist seit jeher eines der zentralen Probleme der Philosophie, steht sie doch in engem Zusammenhang mit unserem Selbstverständnis und mit für uns so zentralen Begriffen wie Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit. In jüngster Zeit ist allerdings immer wieder von Angriffen auf dieses Selbstverständnis die Rede – und zwar häufig mit dem Hinweis auf neue Erkenntnisse der Neurowissenschaften. Diese drohen, so scheinen viele Autoren zu glauben, durch ihre Befunde die Vorstellung eines einheitlichen Ichs oder Selbst als Illusion zu entlarven. Und damit kämen laut Ansicht dieser Autoren gleichzeitig die Fundamente unserer Gesellschaft ins Wanken – wie beispielsweise der Glaube an die Fähigkeit zu freien Entscheidungen und zur Zuschreibbarkeit von Verantwortung. Denn wenn es mein „Ich“ nicht gibt, wie soll ich dann für meine Taten verantwortlich sein können?
Doch wie ernst müssen wir diese und ähnliche Prognosen eigentlich nehmen? Zunächst einmal können wir festhalten, dass die Zweifel am „Ich“ keineswegs ein neues Phänomen der Geistesgeschichte sind. Spätestens seit Descartes’ berühmten „cogito ergo sum“ stellten sich Philosophen immer wieder die Frage, ob und wie denn dieses „Ich“ zu identifizieren sei. Bereits Philosophen wie Hume, Schopenhauer und Nietzsche hegten fundamentale Zweifel an der Existenz des „Ich“. Und in neuerer Zeit vertrat Wittgenstein die These, das Pronomen „ich“ verweise letztlich auf gar nichts. Denn auch wenn es in der Alltagsprache unproblematisch ist zu sagen: „Ich habe Schmerzen“, ist es bei genauerem Hinsehen keineswegs klar, worauf sich dieses „ich“ bezieht. Meine ich damit meinen Körper, meinen Geist, oder gar mein Gehirn – oder alles zusammen? Das „Ich“ lässt sich also nicht als Objekt verstehen. So sollte es uns auch nicht überraschen, dass die Neurowissenschaften bei ihrer Suche nach dem „Ich“ im Gehirn nicht fündig werden – es ist eben kein „Ding“, das sich heraus präparieren oder messen lässt.

