Überlebensstrategien eines Parasiten Wie Malariaerreger ihre toten Wirtszellen als trojanisches Pferd nutzen

Von Annika Rennenberg



 
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Name: Annika Rennenberg
Geburtsdatum: 24.05.1982
Geburtsort: Essen

Abschluss

Diplom-Biochemikerin

Auszeichnungen und Stipendien

Preis für das beste Diplom des Sommersemesters 2006 für den Studiengang Biochemie/ Molekularbiologie vom Freundes- und Förderverein Chemie der Universität Hamburg e.V. Promotionsstipendium des Boehringer Ingelheim Fonds, Foundation for Basic Research in Medicine

Aktuelle Tätigkeit

Promotion im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg (Arbeitsgruppe Malaria I, Leiter: Volker Heussler)

Meine erste Berührung mit dem Fachgebiet war das naturwissenschaftliche Interesse meiner Eltern.
Was mich antreibt, ist der Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun.
In meiner persönlichen Utopie können wir frei von gesellschaftlichen Zwängen und Armut in Frieden leben.
Mein größter Alltagswiderstand ist der Zweifel.
Hoffnung macht mir, dass man immer wieder auf nette, aufgeschlossene Leute trifft und man im Kleinen etwas ändern kann.
Ich würde gerne ins All fliegen, weil es beim letzten Mal dort ganz nett war.

Überlebensstrategien eines Parasiten Wie Malariaerreger ihre toten Wirtszellen als trojanisches Pferd nutzen

Die Erreger der Malaria, einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium, gehören wahrscheinlich zu den ältesten Parasiten des Menschen. Plasmodien vermehren sich in roten Blutzellen, wobei die wiederholte Freisetzung der Parasiten aus den Blutzellen zu den typischen Fieberschüben der Malaria führt. Im schlimmsten Fall kann es zu schweren neurologischen Störungen und Organversagen mit Todesfolge kommen. Malaria verursacht jährlich bis zu zwei Millionen Todesfälle, meist in tropischen Entwicklungsländern. Obwohl Malaria prinzipiell heilbar ist, stellt diese Infektionskrankheit in Afrika noch immer eine der Hauptursachen für die Kindersterblichkeit dar.

Die Malariaerreger werden durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen, bei dem nur etwa zehn bis 100 Malariaparasiten in den Wirt gelangen. In den 1930er Jahren entdeckten Forscher am Bernhard- Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, dass die Plasmodien nach der Übertragung nicht sofort die Blutzellen befallen, sondern zunächst einen Vermehrungsschritt in der Leber durchlaufen. Diese Leberphase verläuft im Gegensatz zu der nachfolgenden Blutphase völlig symptomlos. Die Parasiten infizieren zunächst einzelne Leberzellen, in denen sie sich innerhalb weniger Tage massiv vergrößern. Aus diesen großen Leberparasiten entstehen schließlich bis zu 40.000 Tochterparasiten, die rote Blutzellen infizieren können. Erst wenn im nächsten Schritt die Blutphase erreicht wird, entstehen die gefährlichen Symptome der Malaria.

Den vollständigen Text findest Du im Buch "Deutschlands wahre Superstars", das hier bestellt werden kann.



09.12.2007 11:24 Wolfgang Hanakam (StD)

Kommentar und Anregungen

Der Beitrag von Annika Rennenberg ist in doppelter Hinsicht beeindruckend und spannend: Zum einen wird für den Laien verständlich erklärt, an welcher Stelle sich die letzte „black box“ im Lebenszyklus von Plasmodium befindet , und welche Schritte sie in ihrer Diplomarbeit unternommen hat und nun in Ihrer Doktorarbeit in Angriff nimmt, um durch die Erforschung des Plasmodiums mit dazu beizutragen, Impfstoffe zu entwickeln, die einen langfristigen und vor allem kostengünstigen Schutz bieten können. Zum anderen erläutert sie sehr plausibel die beiden Seiten der Wissenschaft: die tägliche Arbeit im Labor, die ihr offenbar sehr große Freude bereitet, und den ethischen Hintergrund, der in der Bekämpfung der Tropenkrankheiten als Voraussetzung für die Bekämpfung der Armut liegt und ihr als Motivation dient. Gerade auch an diesem Beitrag wird deutlich, „dass der wissenschaftliche Nachwuchs in Deutschland über die Kreativität, die Motivation und über den Optimismus verfügt, unsere Zukunft positiv zu gestalten.“ Mit zwei Anregungen möchte ich mich an die INSM wenden: Die Idee, Deutschlands wahre Superstars in Forschung und Wissenschaft und in innovativen Unternehmen zu suchen, halte ich für so zündend, dass man dieses Forum zu einer Dauereinrichtung machen sollte, damit qualifizierte Beiträge junger Wissenschaftler auch in Zukunft dieses Aufsehen erregende Forum nutzen können. Der zweite Aspekt ist die Frage, ob vielleicht der eine oder andere Wissenschaftler bereit wäre, persönlich an Schulen vor Abiturienten über seine spannende Arbeit zu berichten, um so die nächste „Generation von Superstars“ mit auf den Weg zu bringen.